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Brüderlichkeitsrecht und Selbstlosigkeit des Gläubigen

Brüderlichkeitsrecht und Selbstlosigkeit des Gläubigen

Bruderschaft im Islam

Der Koran und die Sunna betonen sehr deutlich, dass die Gläubigen Brüder und Schwestern sind und einander unterstützen müssen. Deshalb ist es für einen aufrichtigen Gläubigen undenkbar, gegenüber den materiellen oder seelischen Problemen seiner Geschwister gleichgültig zu bleiben oder sie ihrem Schicksal zu überlassen.

Unser Prophet (Friede und Segen seien auf ihm) sagte:

„Wer sich nicht um die Sorgen der Muslime kümmert, gehört nicht zu ihnen.“

Diese eindringliche Warnung zeigt, wie wichtig Mitgefühl und Verantwortung füreinander im Islam sind.

Ein wahrer Gläubiger beschäftigt sich mehr mit den Problemen seiner Geschwister als mit seinen eigenen. Er teilt ihre Trauer und Sorgen, fragt nach ihrem Befinden, hilft den Bedürftigen, besucht Kranke, tröstet verletzte Herzen und stärkt stets die moralische Kraft seiner Mitmenschen.

Der Prophet verglich die Gläubigen mit Bausteinen eines festen Gebäudes, die sich gegenseitig stützen. So wie Steine einander Halt geben, sollen auch Muslime einander unterstützen.


Der Aufbau einer starken Gemeinschaft

In einer Zeit, in der Spaltung und Trennung zunehmen, brauchen wir mehr denn je Menschen, die die Gesellschaft zusammenhalten und verbinden.

Die Beschreibung der Gläubigen als „festes Gebäude“ ist für uns ein Ideal. Menschen, die sich nicht um ihre Geschwister kümmern und das Recht der Brüderlichkeit missachten, können dieses Ziel niemals erreichen.

Deshalb sollte jeder Gläubige versuchen, selbst zu einem starken Baustein dieser Gemeinschaft zu werden und seine Verantwortung wahrzunehmen.


Die ideale Haltung eines Gläubigen

Ein Gläubiger lebt nicht nur für sich selbst.
Er denkt nicht nur an seinen eigenen Weg, sondern hilft auch anderen, auf dem richtigen Weg zu bleiben.

Seine Verantwortung umfasst viele Bereiche:

  • mit einem Lächeln Freude schenken
  • mit kleinen Geschenken Menschen glücklich machen
  • Sorgen teilen
  • Hindernisse aus dem Weg räumen
  • Zweifel im Glauben beseitigen
  • Menschen mit schwachem Glauben stärken

Kurz gesagt: Er lebt, um anderen nützlich zu sein.

Doch so selbstlos zu sein ist nicht einfach. Besonders in unserer Zeit, in der Egoismus und Individualismus dominieren, ist echte Brüderlichkeit schwieriger geworden.

Dafür braucht man:

  • einen starken Glauben
  • Empathie
  • Sensibilität für die Gefühle anderer

Man sollte die Sorgen der Menschen sogar an ihren Gesichtern erkennen können, auch wenn sie nichts sagen.


Der Horizont der Barmherzigkeit

Wir dürfen niemanden von unserer Hilfe ausschließen.

Der Koran lehrt uns eine Reihenfolge der Verantwortung:

zuerst die Eltern,
dann Verwandte,
Waisen,
Arme,
nahe und ferne Nachbarn,
Freunde,
Reisende und Hilfsbedürftige.

Das zeigt: Unsere Hilfe soll sich Schritt für Schritt auf alle Menschen ausweiten.

Ein Gläubiger beschränkt seine Liebe nicht nur auf Menschen, die genauso denken wie er. Je tiefer sein Glaube und je weiter sein Herz, desto mehr öffnet er sich für die ganze Menschheit.

Wenn irgendwo auf der Welt Leid geschieht – Krieg, Hunger, Katastrophen –, darf uns das nicht gleichgültig lassen. Wir sollen helfen, zumindest mit unserem Herzen und unseren Gebeten.


Unsere eigenen Werte genügen

Im Laufe der Geschichte sind verschiedene Ideologien wie Feminismus, Humanismus oder Liberalismus entstanden, um gegen Ungerechtigkeit zu kämpfen.

Doch eigentlich brauchen wir solche fremden Konzepte nicht.

Denn der Islam hat bereits:

  • die Menschenwürde geschützt
  • Gerechtigkeit gesichert
  • Frauen und Männern ihre Rechte gegeben
  • Solidarität und Wohltätigkeit zur Pflicht gemacht

Diese Werte sind ausreichend und sogar umfassender als viele moderne Ideologien.

Was wir tun müssen, ist nicht neue Ideen zu suchen, sondern unsere eigenen Werte zu leben.


Schlussfolgerung

In unserer heutigen Welt werden Menschen in großen Städten oft einsam und isoliert. Doch der Mensch ist von Natur aus schwach und hilfsbedürftig. Ohne Unterstützung anderer kann er nicht bestehen.

Wenn wir uns nicht umeinander kümmern, tragen wir dafür Verantwortung vor Allah.

Deshalb sollten wir:

  • nach unseren Mitmenschen fragen
  • ihre Sorgen ernst nehmen
  • Bedürftigen helfen
  • aufmerksam und sensibel sein
  • niemanden allein lassen

Das ist nicht leicht. Aber genau darin zeigt sich die wahre Stärke eines Gläubigen.

Diejenigen, die diese schwierigen Wege überwinden, verdienen die frohe Botschaft.

Via: https://herkul.org/kirik-testi/kardeslik-hukuku-ve-muminin-digerkamligi/

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