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Die Bedeutung des Mawlid – Eine ehrwürdige islamische Tradition

Die Bedeutung des Mawlid – Eine ehrwürdige islamische Tradition

Der Begriff Mawlid (arab. Mawlid) bedeutet wörtlich „Geburt“ oder „Zeit der Geburt“. Im islamischen Sprachgebrauch bezeichnet Mawlid an-Nabī die Geburt des Propheten Muhammad (Allah segne ihn und schenke ihm Frieden) – ein gesegneter Anlass, an dem Muslime weltweit seiner Barmherzigkeit, seines Vorbildes und seiner Botschaft gedenken.

Im türkischsprachigen Raum verbindet man mit einer Mawlid-Zeremonie vor allem das gemeinsame Rezitieren des Qur’ans, Lobgesänge (Ilahis), Segenswünsche für den Propheten (Salawat) sowie die feierliche Vorlesung des berühmten Werkes „Vesîletü’n-Necât“ von Süleyman Çelebi, das seit Jahrhunderten einen festen Platz in der religiösen Kultur vieler Muslime einnimmt.

Welche Stellung hat das Mawlid im Islam?

Das Veranstalten oder Vortragen eines Mawlid gehört nicht zu den verpflichtenden gottesdienstlichen Handlungen wie Pflicht (Farḍ) oder Sunna im engeren juristischen Sinne. Dennoch sehen zahlreiche Gelehrte darin eine lobenswerte religiöse Tradition, sofern sie in Aufrichtigkeit und innerhalb der islamischen Grundsätze begangen wird.

Eine Mawlid-Versammlung vereint mehrere Formen des Gedenkens an Allah:

  • die Rezitation des Qur’ans,
  • das Gedenken Allahs (Dhikr),
  • Lobpreisungen des Propheten,
  • Segenswünsche (Salāt und Salām) für den Gesandten Allahs.

Der Qur’an beschreibt das Gedenken Allahs als eine der größten Tugenden:

„Wahrlich, das Gedenken Allahs ist das Größte.“ (Sure Al-ʿAnkabūt, 29:45)

Ebenso fordert Allah die Gläubigen ausdrücklich dazu auf:

„Gewiss, Allah und Seine Engel sprechen Segenswünsche über den Propheten. O ihr Gläubigen! Sprecht auch ihr Segenswünsche über ihn und grüßt ihn mit vollkommenem Frieden.“ (Sure Al-Ahzāb, 33:56)

Das Aussprechen von Salāt und Salām ist Ausdruck der Liebe zum Propheten sowie der Erneuerung unserer Verbundenheit mit seinem Weg.

Der Prophet wurde bereits zu seinen Lebzeiten gepriesen

Schon zu Lebzeiten des Propheten Muhammad wurden Gedichte und Lobgesänge zu seinen Ehren verfasst.

Der berühmte Dichter Kaʿb ibn Zuhair trug seine berühmte Qaṣīda vor dem Propheten selbst vor und erhielt dafür Anerkennung. Ebenso wurde Hassān ibn Thābit, der Dichter des Propheten, für seine poetischen Verteidigungen des Islams ausdrücklich gewürdigt.

Diese Überlieferungen zeigen, dass das ehrende Gedenken an den Propheten durch Worte und Poesie eine tief verwurzelte islamische Tradition besitzt.

Die Einschätzung bedeutender Gelehrter

Der islamische Gelehrte Bediüzzaman Said Nursî würdigte die Mawlid-Tradition mit den Worten, dass sie eine schöne islamische Gewohnheit sei, die den Glauben stärkt, die Liebe zu Allah und Seinem Gesandten vertieft und den Gläubigen eine wertvolle Gelegenheit bietet, sich an die Glaubenswahrheiten zu erinnern.

Für viele Muslime ist das Mawlid daher weniger eine formale Pflicht als vielmehr ein Anlass, den Glauben gemeinsam zu beleben und die prophetische Botschaft neu ins Herz aufzunehmen.

Hat das Mawlid historische Wurzeln?

Die Feierlichkeiten zum Mawlid sind keineswegs eine moderne Erscheinung.

Nach verbreiteter historischer Auffassung organisierte im 13. Jahrhundert Muzaffar ad-Dīn Gökbörü, der Herrscher von Erbil und Schwager Ṣalāḥ ad-Dīn al-Ayyūbīs, eine der ersten großen Mawlid-Veranstaltungen innerhalb der sunnitischen Tradition.

Damals dauerten die Feierlichkeiten mehrere Wochen. Gelehrte hielten wissenschaftliche und spirituelle Vorträge, die Bevölkerung nahm mit großer Freude daran teil, und die Zusammenkünfte wurden zu einem Ausdruck gemeinsamer religiöser Verbundenheit.

Im Laufe der Jahrhunderte entstanden zahlreiche Werke über die Geburt und das Leben des Propheten. Im türkischen Sprachraum wurde besonders Süleyman Çelebis „Vesîletü’n-Necât“ zum bekanntesten Mawlid-Werk und wird bis heute in Moscheen und Familienkreisen vorgetragen.

Worauf sollte bei Mawlid-Veranstaltungen geachtet werden?

Die islamische Tradition betont, dass solche Zusammenkünfte von Aufrichtigkeit geprägt sein sollen.

Aufrichtigkeit statt Äußerlichkeit

Das Gedenken an Allah und Seinen Gesandten darf nicht zu einer bloßen äußeren Inszenierung oder kommerziellen Veranstaltung werden. Entscheidend ist die Ehrlichkeit des Herzens.

Lebendige Gestaltung

Ebenso empfiehlt es sich, Mawlid-Veranstaltungen abwechslungsreich zu gestalten. Neben den klassischen Texten können auch zeitgenössische religiöse Gedichte und Vorträge dazu beitragen, die Botschaft des Propheten für jede Generation neu erfahrbar zu machen.

Eine Gelegenheit zur Erneuerung der Liebe zum Propheten

Das Mawlid erinnert uns daran, dass die Liebe zum Propheten Muhammad (Allah segne ihn und schenke ihm Frieden) nicht allein im Gedenken an seine Geburt besteht, sondern vor allem darin, seinem Charakter, seiner Barmherzigkeit und seiner Botschaft im eigenen Leben zu folgen.

Möge Allah unsere Herzen mit Liebe zu Seinem Gesandten erfüllen und uns zu denen gehören lassen, die seinem vorbildlichen Weg mit Aufrichtigkeit folgen.

Via:https://hikmet.net/mevlid-kandili/

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