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Der Ewige ist Gott

Der Ewige ist Gott

بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمَنِ الرَّحِيمِ
وَمَا مُحَمَّدٌ إِلَّا رَسُولٌ قَدْ خَلَتْ مِنْ قَبْلِهِ الرُّسُلُ أَفَإِنْ مَاتَ أَوْ قُتِلَ انْقَلَبْتُمْ عَلَى أَعْقَابِكُمْ وَمَنْ يَنْقَلِبْ عَلَى عَقِبَيْهِ فَلَنْ يَضُرَّ اللَّهَ شَيْئًا وَسَيَجْزِي اللَّهُ الشَّاكِرِينَ
„(Bestand hat, sondern nur solange Muhammed unter euch lebte? Wenn das so ist, dann wisst, dass diese Sache von Gott abhängt, und was seine Rolle dabei angeht, wisst), dass Muhammed nichts anderes ist als ein Gesandter und dass andere Gesandte vor ihm dahingegangen sind. Wenn er also sterben oder getötet werden sollte, werdet ihr dann auf euren Fersen kehrt machen? Und wer immer auf seinen Fersen kehrt macht, kann Gott nicht den geringsten Schaden zufügen. Aber Gott wird die Dankbaren (reichlich) belohnen (die standhaft sind in Gottes Sache).[1]
Der Sultan der Worte, Muhammed F.s.m.i., sagte:
اَلْعُلَمَاءُ وَرَثَةُ اْلأَنْبِيَاءِ
„Die Gelehrten sind die Erben der Propheten.“[2] 
Ehrenwerte Musliminnen und Muslime!
Unsere heutige Freitagspredigt handelt von der Wahrheit des Todes sowie davon, was Gelehrte und ihre Angehörigen und Liebenden tun sollten.
Eine der größten Wahrheiten in unserer vergänglichen Welt ist der Tod. Alle hundert Jahre stirbt eine Generation, und an ihre Stelle tritt eine neue. Im edlen Koran heißt es:
„Jede Seele (jedermann) soll den Tod zu kosten bekommen, und Wir führen euch durch die schlechten und guten Dinge (des Lebens) in Versuchung, um euch auf die Probe zu stellen (sodass sich euer wahrer Charakter und Rang erweisen möge). Ihr seid in der Tat auf dem Weg zurück zu Uns (um schließlich in Unsere Gegenwart gebracht zu werden).“[3]
„Sprich: “Der Tod, dem ihr zu entfliehen sucht, wird euch fürwahr auf jeden Fall einholen. Dann werdet ihr zurückgebracht zu dem Kenner des Unsichtbaren und des Bezeugten (all dessen, was jenseits menschlichen Wahrnehmungsvermögens liegt, und des Bereichs des Wahrgenommenen), und Er wird euch all das begreifen lassen, was ihr zu tun pflegtet (und euch dafür zur Rechenschaft ziehen).”[4] 
Der Tod, der den Übergang in das jenseitige Leben bedeutet, ist in Wahrheit eine neue Schöpfung Gottes, genau wie das Leben.
اَلَّذِي خَلَقَ الْمَوْتَ وَالْحَيَاةَ لِيَبْلُوَكُمْ أَيُّكُمْ أَحْسَنُ عَمَلًا وَهُوَ الْعَزِيزُ الْغَفُورُ
„Er, der Tod und Leben erschaffen hat, damit Er euch prüfe (und euch selbst vor Augen führe), wer von euch besser ist in seinen Taten; und Er ist der Ruhmreiche von unwiderstehlicher Macht (Dessen Willen niemand vereiteln kann), der Vergebende (der viele der Sünden Seiner Diener vergibt, sodass sie aus ihren Prüfungen lernen);[5]
Dieser Vers bringt diese Wahrheit zum Ausdruck.
Der Tod ist eine Entlassung aus dem irdischen Dienst, ein Ortswechsel und eine Reise in jene Welt, in der sich neunundneunzig Prozent unserer Freunde und geliebten Menschen befinden. Wer den Tod als Beginn einer zweiten und ewigen Existenz betrachtet, dem beginnen die Frühlingsgärten des Paradieses vor Augen zu erscheinen, sobald er dessen sanfte Brise in seiner Brust verspürt.
Der Tod bedeutet für uns nichts anderes, als dass Gott, der Erhabene, zu unserer Seele, die sich in einem vieldimensionalen Raum und in einer Zeit voller Tiefe bewegt, sagt: „Komm nun ganz zu Mir!“
Für diejenigen, die Ihn von Herzen kennen und lieben, liegt in diesem „Komm“ eine solche Zuneigung und eine derart überwältigende Hinwendung, dass die Seele, die diesen Ruf vernimmt, nicht einmal eine Minute länger hierbleiben möchte.
27. (Doch der Gerechte Gott wird sagen:) “O du Seele in Ruhe (die zufrieden ist mit der Wahrheit des Glaubens und Gottes Geboten und damit, wie Er Seine Geschöpfe behandelt)! 28. Kehre zurück zu deinem Herrn, wohl zufrieden (mit Ihm und damit, wie Er dich behandelt) und Ihn wohl zufrieden stellend. 29. Tritt ein unter Meine Diener (vollkommen damit zufrieden, Mir zu dienen)! 30. Und tritt ein in Mein Paradies!”[6]
Denn die Bedeutung dieses Rufes lautet: „Befreie dich von der bedrückenden und erstickenden Atmosphäre dieser Welt! Kehre in das Paradies zurück, das du verloren hast, und in die eigentliche Heimat deiner Seele.“
Der Tod ist, da er eine Trennung bedeutet, für den Verstand und für das menschliche Empfinden ein zutiefst trauriges Ereignis. Eine solche Trauer vollständig zu leugnen, ist ebenso unmöglich, wie dem Herzen seine Stimme zu nehmen.
Wer den Tod als eine zweite Geburt und als das Erwachen zu einer ewigen Existenz versteht, schreitet mutig dem Grab entgegen. Er betrachtet die Begegnung mit Azrail als eine Gemeinschaft und die Begegnung mit Israfil als eine Freundschaft. Jeden Augenblick des Aufbruchs zu Gott erlebt er unter der Führung von Dschibril mit der Freude, als würde er zur Himmelfahrt emporsteigen.
Die Definition eines Gelehrten lautet wie folgt:
Ein Gelehrter ist jemand, der neben dem edlen Koran auch die Hadithe unseres Propheten Muhammed F.s.m.i. und seine gesamte Sunna kennt, sich darüber hinaus mit den anderen islamischen Wissenschaften auskennt und sich ein umfassendes Wissen auf hohem Niveau angeeignet hat.
Mit anderen Worten: Als „Gelehrter“ bezeichnet man jemanden, der mit dem Wissen um die Wahrheit ausgestattet ist, für die Erkenntnis offensteht und die Dinge, die erkannt werden müssen, so kennt, wie sie tatsächlich sind.
Gelehrte sind Menschen, die jeden Augenblick ihres Lebens mit vorbildlichen Haltungen, Einstellungen und Verhaltensweisen füllen. Ihre Lebensgeschichten sind voller Wegweiser, die den selbstlos dienenden Menschen von morgen Orientierung geben.
Das Wort „Der Tod eines Gelehrten bedeutet den Tod einer ganzen Welt“ wird als Hadith 
überliefert.[7] Der Tod eines wahrhaftigen Gelehrten wird als der Tod einer ganzen Welt betrachtet und als großes Unglück für die Menschen angesehen.
Tatsächlich trägt jedes Ereignis auch eine warnende Botschaft in sich. Wenn der Mensch diese Mahnung versteht, sich Gott zuwendet, Almosen gibt und eine gute Tat vollbringt, die als Sühne für das Unglück dienen kann, dann kann dies durch Gottes Gnade dazu beitragen, noch größere Unfälle und Prüfungen abzuwenden.
Indem Gott, der Erhabene, einen Seiner aufrichtigen Diener zu sich nimmt, bewirkt Er zugleich, dass die Zurückbleibenden wachsam werden, ihre Herzen weich werden und sie sich Ihm zuwenden.
Die Zurückgebliebenen flehen Gott mit geläuterten und erweichten Herzen an:
„O Gott, Du bist unser Herr, der die Macht besitzt, alle Bedürfnisse zu erfüllen und alles Unheil abzuwenden. Erfülle auch unsere Bedürfnisse und wende die Gefahren ab, die über unseren Häuptern kreisen!“
So beten sie zu Ihm.
Ehrenwerte Geschwister!
Wir sind nicht den vergänglichen Persönlichkeiten, sondern den ewigen Wahrheiten verpflichtet.
Nachdem unser Prophet Muhammed F.s.m.i. in die jenseitige Welt übergegangen war, setzte sich die erhabene Religion des Islam fort und gelangte, nachdem sie unzählige Schwierigkeiten überwunden hatte, bis in unsere Zeit. Auch von nun an werden der Dienst am Glauben und   am Koran, so Gott will, bis zum Jüngsten Tag fortbestehen.
Wie der folgende ehrwürdige Hadith zum Ausdruck bringt:
„Es wird stets eine Gemeinschaft aus meiner Umma geben, die den Befehl Gottes erfüllt. Weder diejenigen, die sie herabwürdigen, noch diejenigen, die sich ihnen widersetzen, werden ihnen jemals schaden können. Diese Gemeinschaft wird den Menschen gegenüber siegreich bleiben, bis der Befehl Gottes zur Auferstehung eintrifft.“
Wie dieser Hadith andeutet, wird es bis zum Jüngsten Tag immer eine Gemeinschaft geben, die die Menschen zur Wahrheit und zur Wirklichkeit aufruft. Ja, diese Religion, die mit dem Propheten Adam begann, wird bis zum Jüngsten Tag fortbestehen.[8] 
Wir dürfen das uns anvertraute Gut des Dienstes nicht vergeuden. Wir sind verpflichtet, dieses heilige anvertraute Gut frei von persönlichen Interessen, weltlichen Bestrebungen und egoistischen Motiven zu bewahren und es mit Aufrichtigkeit, brüderlicher Verbundenheit und gegenseitiger Unterstützung weiterzutragen, ohne es zu beschmutzen.
Möge Gott unser Beschützer und Helfer sein.

[1] Sure Āl ʿImrān 3:144
[2] Bukhārī, ʿIlm, 10
[3] Sure el Enbiyā 21:35
[4] Sure El Djumuʿa 62:8
[5] Sure el Mulk 62:7
[6] Sure el Fedjr 89:27-30
[7] el Leknewī, el Āthāru el Merfūʿ
[8] Bukhārī, Menāqib, 28

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