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Verantwortung übernehmen und das Miteinander stärken

Glaube zeigt sich auch darin, wie wir unseren Mitmenschen begegnen. Der Koran ermutigt dazu, Bedürftige zu unterstützen, gerecht zu handeln und gemeinsam zum Wohl der Gesellschaft beizutragen.

„Helft einander in Güte und Gottesfurcht; helft einander nicht bei Sünde und Feindseligkeit.“
Koran, Sure al-Māʾida 5:2

Jeder Mensch kann das Zusammenleben mitgestalten. Aus islamischer Sicht gehört diese Verantwortung zum Glauben: Neben dem Gebet und der persönlichen Lebensführung zählen auch Fürsorge, Hilfsbereitschaft und ein gerechter Umgang mit anderen Menschen.

Der Koran ruft dazu auf, gemeinsam für das Gute einzutreten (Sure Āl ʿImrān 3:104). An anderer Stelle beschreibt er Güte als etwas, das über äußere Formen hinausgeht: Sie zeigt sich unter anderem darin, Bedürftigen zu helfen, Versprechen einzuhalten und in schwierigen Zeiten standhaft zu bleiben (Sure al-Baqara 2:177). Werte gewinnen Bedeutung, wenn wir sie im Alltag leben.

Für andere da sein

Im Leben des Propheten Muhammad finden sich zahlreiche Beispiele für soziale Verantwortung: die Sorge um Waisen, Besuche bei Kranken, Unterstützung für Bedürftige und Respekt gegenüber älteren Menschen. Besonders eindrücklich ist seine Aussage über Menschen, die sich um ein Waisenkind kümmern: Sie sollen ihm im Paradies nahe sein (Bukhārī, Adab 24).

Diese Haltung lädt uns ein, aufmerksam hinzusehen. Wer braucht Unterstützung? Wer fühlt sich allein? Wo können wir mit Zeit, Wissen oder praktischer Hilfe etwas bewirken? Oft beginnt gesellschaftliches Engagement mit einer einfachen Geste.

Hilfsbereitschaft und Gerechtigkeit gelten dabei nicht nur innerhalb der eigenen Gemeinschaft. Der Koran betont, dass Musliminnen und Muslime Menschen anderer Überzeugungen, die ihnen nicht feindlich begegnen, mit Güte und Gerechtigkeit behandeln sollen (Sure al-Mumtaḥana 60:8). Ein gutes Miteinander wächst dort, wo Menschen einander mit Respekt begegnen.

Verantwortung für das gemeinsame Leben

Aktive Teilhabe bedeutet auch, Probleme wahrzunehmen und im Rahmen der eigenen Möglichkeiten zu handeln. Dazu können Bildungsangebote, Nachbarschaftshilfe, Umweltschutz oder der Einsatz für Menschen in schwierigen Lebenslagen gehören. Ebenso wichtig ist es, bei Unrecht nicht gleichgültig zu bleiben und sich besonnen für faire Lösungen einzusetzen.

Das Leben des Propheten Josef bietet hierfür ein Beispiel. In Ägypten übernahm er Verantwortung für die Versorgung der Bevölkerung und half, eine schwere Hungersnot zu bewältigen. Seine Geschichte erinnert daran, dass Vertrauen, Sachkenntnis und vorausschauendes Handeln anderen Menschen zugutekommen können.

Auch heute können wir Brücken zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft, Religion und Lebensweise bauen. Wenn wir einander kennenlernen, zuhören und gemeinsam handeln, entsteht Vertrauen. Jeder Beitrag zählt – im Verein, in der Nachbarschaft und überall dort, wo Menschen einander begegnen.

Gesellschaftliche Verantwortung beginnt mit der Frage: Was kann ich heute für andere tun?

via: https://www.islam-abg.com/predigten

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